Gastbeitrag von Monika: Israel-Palästina – Teil III

Am dritten Tag unserer Reise feierte Israel den 65. Jahrestag der Staatsgründung, für Viele ein großer Festtag. Am Vorabend dieses Festtages wurde an die erinnert, die in den Kriegen seit der Staatsgründung ihr Leben verloren haben. Um 20 Uhr erklang eine Sirene. Alle sollen, wo auch immer sie sind, innehalten und gedenken. Wir waren an diesem Abend in einem Hotel in Ostjerusalem. In Ostjerusalem leben überwiegend arabische Israelis. Die Sirene erklang, niemand hielt an und inne. Und auch am Festtag der Staatsgründung war in Ostjerusalem kein Feiern zu vermerken.

Judith: „Die Juden feiern, die Araber schweigen. Das macht mich traurig.“

Einige weitere Eindrücke und Bilder und Sätze, die weiter wirken:

  • In der Bir Zait Universität in Ramallah stellt uns die Rektorin die Gender Studies als „Königin der Disziplinen“ vor. An dieser Universität studieren ca. 60 Prozent Frauen. Es ist eine große Lernfreude bei den jungen Palästinenser_innen feststellbar. Wir genießen die Sonne, eine angeregte Atmosphäre, viele junge schöne Menschen, die lesend in der Sonne oder im Schatten sitzen, alleine, zu zweit, zu dritt. Dass kaum jemand von den gut ausgebildeten Menschen in Palästina eine auskömmliche Erwerbsarbeit finden wird, und dass immer wieder Studierende abgeholt und inhaftiert werden, dies scheint jetzt in weiter Ferne.

  • Wir sind mit Judith in der Holocaust Gedenkstätte Yad VaShem. Nachdem wir auch alleine unsere Wege gegangen sind, stehen wir zusammen. Wir hören einen Text über Janusz Korczak, einen, der etwas Versöhnliches hat. Nun liest Judith ein Gedicht von einem Poeten-Freund, das allen Trost verweigert.

Judith bei Hinausgehen aus Yad VaShem: „Ich habe den Ewigen noch viel zu fragen! Ich bin nicht einverstanden!“

  • Luzia:

 „Wir müssen genauer erinnern, um Vergangenheit zu rekonstruieren und Zukunft zu gestalten.“

Zusammen mit Janusz Korczak hat auch Stefania Wilczyńska eine wunderbare Arbeit getan. Beide gingen zusammen mit den Waisenkindern in die Gaskammern, obwohl sie ihr Leben hätten retten können. Mit Jesus sind Frauen und Männer hinaufgezogen nach Jerusalem, ins Zentrum der Macht, wo tödliche Konfrontation auf sie wartete.

  • Wir erleben einen bewegenden von Cornelia geleiteten Gottesdienst im „Garden Tomb“ – Garten des Grabes, in Jerusalem. Und, wie so oft, sind wir zusammen mit vielen Pilger_innen an einem heiligen Ort. Viele Stimmen sind zu hören. Wir fügen die unseren hinzu – singend, betend, die heiligen Texte neu entdeckend.

Geneva nach dem Gottesdienst: „Der Gottesdienst heute – Judith und Christentum kommen zusammen. Die Verletzlichkeit ernst nehmen, die Perspektive der Unterdrückten und der Überlebenden. Das macht mich glücklich!“

 

…und noch einmal – dieses Mal von ein bis zwei Fotobeiträgen unterbrochen: Fortsetzung folgt…