Abstecher nach Hamburg zum DEKT

Bevor es hier noch mal eine (längere) Weile weitergeht mit Beiträgen aus Israel/Palästina, ein ausschnitthafter Einblick in das, was mir in Hamburg begegnete beim #DEKT – beim 34. Deutschen Evangelischen Kirchentag.

Auch früher schon bin ich zu Veranstaltungen gegangen, die von einer eher feministischen Seite her gestaltet waren. Das war auch dieses Mal wieder so. Es gab dieses Mal allerdings erstmals kein Frauenzentrum, sondern “nur” einen Treffpunkt für Frauen (das Frauencafé – leider außerhalb des “Zentrums”) sowie das Zentrum Regenbogen (ebenfalls etwas außerhalb gelegen, auch wenn der Name anderes suggerierte), wo Frauen ebenfalls “offiziell” (und auch in der Realität) willkommen waren. Ja – es wurde sich auch immer wieder um eine geschlechtergerechte Sprache bemüht, mal mit mehr und mal mit weniger “Erfolg”. Ich nahm wahr, dass es (erstmals?) ein “Zentrum Geschlechtergerechtigkeit” gab. Erfreulich fand ich in diesem Zusammenhang übrigens sowohl den Workshop zum Thema Geschlechtergerechte Sprache als auch die mir auf dem Rückflug von Israel empfohlene Veranstaltung mit Prof. Dr. Klara Butting zum Thema geschlechtersensibler / geschlechterbewusster (Messias-)Theologie.

Anders war dieses Mal, dass ich auch mal geschaut habe, ob es etwas gibt, was am ehesten im “Zentrum Juden und Christen” zu finden sein könnte – allerdings eher verborgen in der Formulierung des generischen Maskulinums: Weder Jüdinnen noch Christinnen waren in den Bezeichnungen leicht sichtbar. Eine Rabbinerin? Gab es direkt am Donnerstag im Rahmen einer so genannten Dialog-Bibelarbeit. Eine Palästinenserin? Gab es “nur” im Film (Lemon Tree). Ein einziges Mal war eine Jüdin zu finden im Programm. Immerhin war eine zu finden, das ist auch wahr.

Etwas zum Thema Israel UND Palästina? Ja – gab es sowohl als “Alltag und andere Möglichkeiten” als auch im Rahmen von Jugendlichen gespielter und gespiegelter Zukunftswünsche. Erstaunlicherweise (?) kamen die Jugendlichen NICHT aus dem Projekt Alrowwad in einem Flüchtlingscamp in Betlehem, sondern aus der (immerhin programmgemäß evangelischen?) Talitha Kumi-Schule in Beit Jala (bei Bethlehem).

Begegnet ist mir von den Israel-Reisenden auf dem Kirchentag “nur” Luzia :), obwohl ich von einigen Anderen auch gehört hatte, dass sie dort sein würden. Was allerdings no9ch etwas unter 120.000 (ja: einhundertzwanzigTAUSEND) Andere waren – insofern ist es vermutlich eher ein Wunder, dass mir überhaupt eine(r) von euch begegnet ist?

Spannend fand ich, dass ich die verwendeten Bibeltexte, die beim DEKT ja üblicherweise der Bibel in gerechter Sprache entnommen waren/sind, noch einmal anders hörte/wahrnahm als vor der Reise. Auch erwähnenswert: der christliche Plakatdienst in Hamburg, der mich mehrfach aufmerksam gemacht hat auf die Möglichkeiten, die Eva Jung in der ganz normalen Alltagssprache sieht: www.wertvollwort.de. Insgesamt: Mir hat´s gefallen. Auch wenn es immer wieder reichlich (zu) voll war.