Gastbeitrag von Monika: Israel-Palästina – Teil I

Es war lange her, dass ich das letzte und einzige Mal in Israel-Palästina gewesen war. Ich war vielleicht 27 Jahre jung und war dort zusammen mit unserer Vikariats-Ausbildungsgruppe. Irgendwann wollte ich dort wieder hin und eines Tages las ich die Ausschreibung einer Israel-Palästina-Studienreise, konzipiert und verantwortet von der landeskirchlichen Frauen- und Familienarbeit, der ich mich verbunden fühle und deren Kompetenz ich schätze. Das Konzept sprach mich an, die Leitung verhieß einen Focus, der mich interessierte: Feministische– und Befreiungstheologie, Andachten und spirituelle Impulse, palästinensische und israelische Erfahrungen, die Situation von Frauen damals und heute und das immer aktuelle Thema der Geschlechtergerechtigkeit. Ich meldete mich an und erlebte vom 10. bis zum 20. April 2013 eine intensive und beeindruckende Zeit, mit Erfahrungen und Begegnungen, die mich dankbar machen und die lange weiterwirken werden. 

Wir reisten mit viel Kompetenz an. Die Gesamtleitung hatte die Landespfarrerin der Frauen- und Familienarbeit Cornelia Radeke-Engst zusammen mit Sebastian Plötzgen, Diplom-Theologe und Geschäftsführer von Iteru Travel Services mit reichen Kompetenzen, was Geschichte und Gegenwart betrifft, und viel Reiseleiter-Erfahrung. Beide haben sich wunderbar ergänzt. Und sie haben zusammen mit den Referentinnen ein glückliches Zusammenspiel ermöglicht von dem, was sorgfältig und kundig geplant war, den Bedürfnissen der Gruppe mit den verschiedenen Bio-Rhythmen, unseren eigenwilligen und charismatischen Reiseleiterinnen vor Ort und dem, was das Leben sonst noch so an Überraschungen bereit hält.

Als Referentin für das erste Testament war Dr. Luise Metzler dabei, als Fachfrau für das zweite Testament Prof. Dr. Luzia Sutter Rehmann. Dr. Ulrike Metternich, die manche von den MEET-Kursen kennen und schätzen, fuhr als Teilnehmerin mit, brachte jedoch ihr reiches Wissen ebenso freigiebig ein wie die anderen. Vierzig Menschen waren wir, ungefähr zur Hälfte aus Deutschland, die meisten aus Berlin-Brandenburg, zur Hälfte aus der Schweiz, viele aus kirchlichem und universitärem Kontext. Ich hatte die Freude, mit der jüngsten Mitreisenden die Doppelzimmer zu teilen. Geneva ist 25 Jahre jung, so jung wie unser Sohn. Sie ist Studentin, Autorin, queer-Feministin, ihre Engagements finden zum einen statt im Frauenraum, Teil des linksautonomen Zentrums „Reitschule Bern“, zum anderen in Internet-Foren und Vernetzungen. Wir hatten es gut miteinander, haben gemeinsame Herzensanliegen und Sichtweisen genossen und gerne von den Verschiedenheiten gelernt.

…Fortsetzung folgt…