Es ist wieder passiert.

Meine ursprüngliche Idee war ja, gestern zu veröffentlichen, was mir auf dem Rückweg vom Zoo ins Hotel passiert ist. Da jedoch geschah dies:

“Leben ist, was passiert, während Du eifrig dabei bist, (andere) Pläne zu machen”
(wird entweder John Lennon oder Goethe zugeschrieben)

Daraufhin dachte ich, ich mache es mir einfach und veröffentliche den nächsten Teil des Gastbeitrags von Monika. Dessen erster Satz lautet:

“Das vorgesehene Thema war: Von liberal bis ultraorthodox: Frauen im Judentum.”

Was mich dahin brachte, danach zu schauen, ob es bei Wikipedia oder sonstwo im Internet Informationen zu liberalem oder/und (ultra-)orthodoxem Judentum gäbe. Gibt es – wie an den Verlinkungen erkennbar wird. Anschließend las ich mich dann zum Stichwort “Frauen im Judentum” fest. Was zur Folge hatte, dass sich das obige Zitat wieder einmal bestätigte und gestern schlicht keine Veröffentlichung statt fand. Ich ergänze das dann heute mit dem Bericht über drei mir dazu passend erscheinende Szenen, bevor dann demnächst der nächste Teil von Monikas Gastbeitrag erscheint:

  1. Im Flugzeug von Istanbul nach Tel Aviv stiegen relativ viele konservativ gekleidete Männer ein mit schwarzen Hüten und z.T. auch mit Schläfenlocken. Anfangs saß einer dieser Männer direkt neben mir. Dann ging eine größere Umdisponierung von Plätzen los, deren Ursache mir zunächst verschlossen blieb. Erst später erfuhr ich, dass diese darin begründet war, dass die Männer lieber im Stehen geflogen wären, als neben einer (nichtjüdischen?) Frau zu sitzen. Weshalb sich das Bordpersonal sehr bemühte, die ursprüngliche Platzverteilung zu ändern. Es stellte sich heraus, dass es unmöglich war, allen diesen Männern den Wunsch nach einem entsprechenden Platz zu erfüllen. Woraufhin mindestens einer dieser Männer einen offenbar unentspannten Flug hatte in dem Bemühen, in möglichst wenig Körperkontakt mit der neben ihm sitzenden Teilnehmerin unserer Gruppe zu kommen.
  2. Wir bekamen anempfohlen, das ultraorthodoxe Viertel Me’a Sche’arim im Westen neben der Altstadt am Sabbat möglichst zu meiden. Die Rückfrage, was uns denn dort (schlimmstenfalls) passieren könnte, ergab “Entweder werden Sie beschimpft oder im schlimmsten Falle mit Steinen beworfen.”
  3. Während ich mit dem Fahrrad zurück ins Hotel fuhr, sah ich einen Mann in konservativer Kleidung mit schwarzem Hut auf dem Gehsteig liegen mit Krücken neben sich. Ich entschloss mich, ihn zu fragen, ob er evtl. Hilfe benötigen würde. Da ich im Ergebnis beschimpft und aufgefordert wurde, zu verschwinden, tat ich genau das. MIR schien es so, als bräuchte er durchaus Hilfe, um wieder auf die Beine zu kommen. Allerdings hatte ich auch nur genau diesen Eindruck und keinen davon, dass ich jetzt mal versuchen müsste, ihm männliche oder/und professionelle Hilfe zukommen zu lassen. Wer nicht will, der hat schon? Scheint so.

Es passiert immer wieder. Sowohl dass Pläne sich ändern als auch dass (nichtjüdische?) Frauen in Israel offenbar insbesondere mit ultraorthodoxen Juden Dinge erleben, die zumindest in meinen Augen verwunderlich sind. Nach meinem Dafürhalten macht es Sinn, darüber zu informieren, dass so etwas immer noch und offenbar auch immer wieder passiert.

Edit: Linkkorrektur aufgrund eines freundlichen Hinweises bezogen auf “Frauen im Judentum” am 22.06.2013